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 Aktion ältester Kühlschrank
bei "Grüner Woche" in Furth i.W.

Ältester Kühlschrank im Landkreis Cham ist 44 Jahre alt –

Austausch spart 148 Kilowattstunden und damit 43 Euro pro Jahr

 

Im Rahmen der Grünen Woche im Frühjahr 2018 in Furth i.W. startete die Aktion „Ältester Kühlschrank im Landkreis Cham gesucht“. Dazu konnten sich Bürger des Landkreises bewerben, die einen alten Kühlschrank hatten, der noch dauerhaft in Betrieb ist. Dem Besitzer des ältesten Kühlschrankes winkte ein neues Gerät im Wert von 500 EUR. Insgesamt haben sich 17 Bürger an der Aktion  beteiligt.

Bericht der Chamer Zeitung vom 08.05.2018

Kreiswerke Zukunftsbüro
Messestand in Furth i.W. zur "Grünen Woche" mit "Sachgebietsleiter Abfallwirtschaft" H. Helmberger

Der Landkreis Cham ist sehr engagiert, die Energieeffizienz in der Region voranzubringen und das Bewusstsein zu dieser Thematik zu schärfen. Dazu liegt die Orientierung im sogenannten Energie-3-Sprung. Ein Aspekt dazu ist das Senken des Energiebedarfs, ein weiterer der Ausbau der erneuerbaren Energien. Hier liegt der Landkreis inzwischen mit der erneuerbaren Stromproduktion bei über 60%.

Der dritte Aspekt ist die Steigerung der Energieeffizienz. Dazu gehört die Aufgabe veralteter und die Nutzung neuer und Energie einsparender Technik. Gerade im Bereich des Kühlens und des Heizens sind überalterte Energieverbraucher mit hohen Stundenleistungen noch weit verbreitet. Dazu wurde ein bereits bei C.A.R.M.E.N. in Straubing entwickeltes Konzept übernommen.

Der älteste Kühlschrank aus dem Kreis der Einsendungen war 44 Jahre alt (Baujahr 1974) und hatte einen Stromverbrauch von hochgerechnet 241 kWh pro Jahr. Ein modernes, vergleichbares A+++ Gerät mit Gefrierfach benötigt dagegen nur 93 kWh/Jahr, was eine Stromkostenersparnis von etwa 43 Euro im Jahr ausmacht. Der Besitzer des Gewinnerkühlschrankes, Herr Ludwig Scheubeck aus Haderstadl,   konnte sich nun über den Preis von 500 Euro freuen. Er erfüllte die Teilnahmebedingungen und lieferte das Altgerät am Wertstoffhof in Cham ab. Dieses soll durch das Recycling in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden. Zusätzlich konnte er mit der  Originalrechnung zeigen, dass er 1974 die damalige Rechnung mit 340 DM beglichen hatte. Für das Preisgeld hat er sich bereits ein effizientes Neugerät ausgesucht. Zusätzlich erhält der Gewinner einen Stromspar-Check, bei dem ein Mitarbeiter des Zukunftsbüros den Stromverbrauch aller Elektrogeräte unter die Lupe nehmen und Möglichkeiten zur Energieeinsparung aufzeigt.

Bei der Beratung bietet der Haushaltsgeräte-Check des Energie-Atlas Bayern Unterstützung. Mit Hilfe des Checks kann in Erfahrung gebracht werden, ob es sich finanziell lohnt, ein Altgerät durch ein effizienteres Gerät zu ersetzen. Außerdem können Geräte verschiedener Effizienz- und Preisklassen verglichen werden, um herauszufinden, ob sich das teurere Modell rechnet. Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.energieatlas.bayern.de/buerger/konsum/haushaltsgeraetecheck.html

Teilnehmen konnte nur, wer noch in der Lage war, die Originalrechnung vorzuweisen. Die Ermittlung des exakten Alters ist ansonsten sehr schwierig, da bei vielen Kühlschänken das Typenschild fehlt und bei den meisten trotz Typenschild kein Baujahr ersichtlich ist. Eine Bewerberin hatte angeblich ein noch funktionierendes Gerät aus dem Jahre 1959, konnte aber leider keine Rechnung vorweisen. Das Durchschnittsalter lag am Ende bei 35 Jahren. Die Zahlen lassen vermuten, dass in den Chamer Haushalten weitere Altgeräte genutzt werden. Als Anhaltspunkt zur groben Einschätzung des Kühlschrankalters zählen zwei Merkmale. Wenn das Gerät FCKW enthält, wurde es vor 1995 produziert und ist demnach älter als 22 Jahre. Hat der Kühlschrank einen Schließmechanismus, wurde er vor 1965 produziert, da Hersteller seitdem dazu verpflichtet sind, ihre Geräte so zu konstruieren, dass sie auch von innen geöffnet werden können.

Einerseits ist die Langlebigkeit der damaligen Technik bemerkenswert. Andererseits beweist die Aktion, dass neue Geräte wesentlich effizienter sind und dank modernster Technik deutlich weniger Strom verbrauchen. Das macht sich bei einem Austausch direkt in der nächsten Jahresendabrechnung des Stromversorgers bemerkbar. Es lohnt sich deshalb, Altgeräte auszutauschen oder zumindest vom Stromnetz zu trennen, wenn diese gerade nicht benötigt werden. Außerdem reicht eine Kühlschranktemperatur von 7 °C völlig aus, um die Lebensmittel frisch zu halten. Für das Gefrierfach sind -18 °C optimal. Eine Eisschicht von einem Zentimeter erhöht den Stromverbrach um 50 Prozent. Deshalb sollte der Kühlschrank in regelmäßigen Abständen abgetaut werden, um entstehende Eisschichten zu entfernen. Nach Möglichkeit sollten Kühl- und Gefriergeräte an einem kühlen Ort aufgestellt werden. Die Belüftungsschlitze sollten unbedingt frei zugänglich sein und ab und zu gereinigt werden.

Alle Fragen rund um das Thema Energiesparen im Haushalt beantworten die Mitarbeiter des Zukunftsbüros telefonisch unter 09971-78568 oder 09971-78573 zu den üblichen Bürozeiten.

Die Aktion wurde ursprünglich von C.A.R.M.E.N. begründet, das seinen Sitz in Straubing hat. Für die Unterstützung sagt das Zukunftsbüro des Landkreises Cham herzlichen Dank. Nachahmer werden weiterhin gesucht und unterstützt.  Informationen dazu sind hier erhältlich.